Praxis für klassische Homöopathie

Stefan Eisele - Heilpraktiker


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Was ist Homöopathie?


Bevor wir über Homöopathie reden, möchte ich die Gelegenheit nützen, die allgemeine Begriffsverwirrung zwischen "Heilpraktiker" und "Homöopath" aufzuklären.

Die Bezeichnung "Heilpraktiker" darf jemand führen, dem das staatliche Gesundheitsamt die "Zulassung zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung" gegeben hat. Nur wer diese Zulassung hat oder Arzt (= bestallt) ist, darf per Gesetz heilend tätig werden. Was der einzelne Heilpraktiker mit seiner Zulassung macht, welche Methoden er bei der Behandlung seiner Patienten wählt, ist ihm überlassen.

"Homöopathie" ist eine Heilmethode.

Vor ca. 200 Jahren entwickelte der Arzt und Chemiker Samuel Hahnemann die Prinzipien der Homöopathie. Er war schon länger nicht mehr als Arzt tätig gewesen, da ihm die damals üblichen Behandlungen zuwider geworden waren. Als genauer Beobachter stellte er fest, dass vieles, was man damals so mit den Patienten trieb, aus unwissenschaftlichen Erwägungen heraus geschah und den Menschen mehr schadete als nützte.

Hahnemann verdiente daraufhin seinen Lebensunterhalt als Übersetzer medizinischer Werke (er sprach 8 Sprachen fließend). Bei der Übersetzung eines Arzneibuches stieß er auf die Chinarinde, eine bewährte Arznei bei akuter Malaria. Die Erklärung der Wirkungsweise fand er wenig überzeugend. Vom Forscherdrang getrieben nahm er die Arznei selbst ein, nur um herauszufinden, was passieren würde. Überraschenderweise erzeugte die Chinarinde bei ihm genau die Symptome, gegen die sie eigentlich eingesetzt wurde.

Samuel Hahnemann (1755 in Meißen - 1843 in Paris) Aus dieser und vieler weiterer Beobachtungen an sich und anderen, Kranken wie Gesunden, sowie mittels Prüfung etlicher Substanzen pflanzlicher, tierischer und mineralischer Art, entwickelte Hahnemann sein berühmtes Ähnlichkeitsgesetz, das besagt, dass bestehende Erkrankungen am besten durch diejenigen Arzneien geheilt würden, die beim Gesunden ähnliche Leiden zu erzeugen in der Lage seien. Er nannte dieses Prinzip "Homöopathie" nach den griechischen Worten "homoion" (ähnlich) und "pathos" (Leiden).

Da seine Patienten nach der Gabe der passenden Arznei häufig zunächst heftige Verschlimmerungen ihrer Beschwerden zeigten, begann Hahnemann, die Mittel zu verdünnen. Und er verdünnte sie nicht nur, sondern verschüttelte sie heftig nach jedem Verdünnungsschritt. Wie er darauf kam, ist nicht überliefert. Es zeigte sich jedoch, dass die Mittel jetzt sanfter und sicherer wirkten. Das Verfahren des Verdünnens und Verschüttelns nannte Hahnemann "Potenzieren".

Durch Hahnemanns unermüdliche Forschung und die Arbeit seiner besten Schüler steht uns heute ein enormer Schatz an Wissen über die Wirkungen hunderter von Arzneimitteln zur Verfügung. Zudem hat Samuel Hahnemann uns ein Lehrbuch hinterlassen, das umfassend die Vorgehensweise beschreibt und das in seiner Aktualität seinesgleichen sucht.

Die Kunst des Homöopathen besteht jetzt darin, die sichtbaren und geäußerten Symptome des Patienten in Deckung zu bringen mit den Symptomen der bekannten Arzneimittel und das gefundene Heilmittel nach den Regeln der klassischen (=Hahnemann'schen) Homöopathie einzusetzen.

Dabei kommt es jedoch nicht nur auf die körperlichen Beschwerden an. Vielmehr kann eine korrekte Verschreibung nur gelingen, wenn aus möglichst vielen Bereichen des menschlichen Daseins des Patienten charakteristische Merkmale in die Mittelwahl miteinbezogen werden. Denn bei einer Erkrankung ist die Lebenskraft verstimmt, die Kraft, die Körper, Geist und Seele zusammenhält. Der momentane Zustand (Krankheit) des Patienten ist Ausdruck seiner verstimmten Lebenskraft. Das passende homöopathische Mittel gibt dem Menschen den Impuls zur Heilung, zeigt seiner Selbstheilungskraft die Richtung, in die sie tätig werden muss, damit der krankmachende Einfluss erkannt und nach außen befördert werden kann.

Daher geht klassische Homöopathie nicht schnell. Deshalb stellen Homöopathen so viele Fragen, die scheinbar gar nichts mit dem eigentlichen Leiden des Patienten zu tun haben.

Wenn Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind oder erst recht noch mehr Fragen haben als vorher, fragen Sie mich, oder besorgen Sie sich den "Homöopathie-Kompass". Wo Sie den bekommen sowie weitere Buchtipps finden Sie unter den Adressen auf der Seite "Links".


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